Kapo Bern: Über 300 Einsätze pro Saison – Polizei kämpft an Sportanlässen gegen Gewalt

Fussball- und Eishockeyspiele sind ihr Arbeitsgebiet.

Die Polizistinnen und Polizisten der Fachstelle Sport der Kantonspolizei Bern sind unermüdlich im Einsatz, um die Sicherheit rund um diese Sportveranstaltungen zu erhöhen. Eine Aufgabe, die viele Kontakte und ein gewisses Mass an Taktgefühl erfordert.

Man muss die Welt des Sports lieben, um dort zu arbeiten: In der Saison 2025/2026 werden die Mitarbeitenden der Fachstelle Sport der Kantonspolizei Bern bei mehr als 300 Fussball- und Eishockeyspielen eingesetzt. Da im Kanton Bern in der obersten Liga zwei Fussball- und drei Eishockeyvereine spielen, ist der Terminkalender vor allem an den Wochenenden voll und lässt wenig Zeit für Erholung.

Sammeln von Informationen

Dies beginnt mit allen Informationen, die die Fachstelle vor der Saison besitzt, um eine erste umfassende Beurteilung der Sicherheit der Spiele vornehmen zu können. Ein Telefonanruf hier, ein E-Mail dort, ein Höflichkeitsbesuch: unzählige Kontakte, die es ermöglichen, die Spiele nach einem mehrstufigen Risikograd zu klassifizieren, der von gering bis hoch reicht. Kurz vor jedem Match werden die Beurteilungen aktualisiert, um die jüngsten Entwicklungen zu berücksichtigen und so potenziell gefährliche Situationen zu vermeiden.

Spotter vor Ort

Am Spieltag kommen die sogenannten „Spotter“ zum Einsatz. Diese Polizistinnen und Polizisten mit Spezialisierung werden in Zivilkleidung in unmittelbarer Nähe der Fans eingesetzt, zunächst ausserhalb der Stadien, dann aber auch im Inneren während der Spiele. Ihr Ziel ist es, den Ausbruch von Ausschreitungen zu verhindern.

Aufgrund ihrer Erfahrung und der Tatsache, dass sie die Szene der Risikofans gut kennen, sind sie in der Lage, die Vorboten von Gewalt frühzeitig zu erkennen. Ihre Präsenz vor Ort ermöglicht es ihnen, den Einsatzleiter der Polizei mit Informationen aus erster Hand zu versorgen, um die Massnahmen besser koordinieren zu können. Durch die Beobachtung der Fans können die „Spotter“ auch Unruhestifter identifizieren, sodass die Strafverfolgungsbehörden die gesetzlich vorgeschriebenen Massnahmen ergreifen können.

„Rayonverbot“

Um den Kreislauf der Gewalt zu stoppen, hat der Gesetzgeber im „Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen“ mehrere Hebel vorgesehen. So können die Behörden gegen Personen, die bereits durch Gewalt aufgefallen sind (z.B. Sachbeschädigung oder Körperverletzung), ein „Rayonverbot“ verhängen.

Dies bedeutet, dass sich diese Personen am Tag des Spiels nicht innerhalb einer bestimmten geografischen Grenze dem Stadion nähern dürfen. Das Konkordat sieht auch restriktivere Massnahmen in Fällen vor, in denen dies notwendig und verhältnismässig ist. Eine Person, die eine erhebliche Bedrohung für ein Spiel darstellt, kann sogar für die Dauer des Spiels in Polizeigewahrsam genommen werden.



„Stadionverbot“

Darüber hinaus haben der Verband und die Liga im Eishockey wie auch im Fussball – in Zusammenarbeit mit den Vereinen – selbst die Möglichkeit, „Stadionverbote“ auszusprechen. Damit wird die Massnahme automatisch auf alle Fussball- und Eishockeystadien in der Schweiz ausgeweitet, aber sie betrifft nur den inneren und unmittelbaren Umkreis der Stadien. Tatsächlich ist die Kombination von „Rayonverbot“ und „Stadionverbot“ oft die beste Lösung, um zu verhindern, dass Unruhestifter ungestraft handeln können.

Gemeinsame Datenbank

Personen, die wegen Gewalttätigkeiten bei Sportveranstaltungen bekannt sind, werden von Fedpol zudem in der Datenbank HOOGAN erfasst. Die Bundespolizei ist auch für internationale Massnahmen zuständig. In diesem Rahmen kann sie bestimmten Risikopersonen verbieten, zu Sportveranstaltungen ins Ausland zu reisen.

Darüber hinaus werden der Bundesbehörde nach jedem Spiel systematisch Informationen über die Sicherheit und über gewalttätige Zwischenfälle zur Verfügung gestellt, um diese zusammenzustellen. Für den Kanton Bern wird diese Aufgabe von der Fachstelle Sport der Kantonspolizei Bern wahrgenommen. Die Koordination zwischen Kanton und Bund ist für die wirksame Bekämpfung von Gewalt in und um Stadien von entscheidender Bedeutung.



 

Quelle: Kantonspolizei Bern
Bildquelle: Kantonspolizei Bern

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